Die Zukunft der Printmedien

Verschiedene ZeitungenSchwindende Leserzahlen, sinkende Wachstumszahlen, Printmedien in Deutschland und anderen Ländern stehen vor denselben Problemen wie die Musikindustrie. Wie gehen die Verlage mit der Konkurrenz des Web 2.0 um? Ist das Internet überhaupt ein Konkurrent? Wie kann die Zukunft der Printmedien aussehen?

Printmedien im Zeitalter des Web 2.0

Printmedien, insbesondere Zeitungen, geraten durch das Internet immer mehr ins Hintertreffen. Nachrichten in Zeitungen sind bestenfalls ein paar Stunden, meist einen Tag alt. Im Gegensatz dazu stehen Medien wie Fernsehen und Internet. Im Minutentakt können TV-Sender und Online-Redaktionen auf Ereignisse reagieren und diese dem Kunden präsentieren. Dies bietet dem Konsumenten der Information natürlich wesentliche Vorteile, indem er problemlos Informationen aus verschiedenen Quellen zu einem Sachverhalt einsehen und für sich bewerten kann. Die meisten verfügen über Internet und TV, sogar unterwegs per Smartphone oder Netbook und sind stets aktuell informiert. Ein Service, den Printmedien in der Form nicht leisten können, aber auch nicht müssen.

Wie reagieren Printmedien auf die neue Konkurrenz?

Printmedien, die sich in traditionellerweise dem Druck von Informationen bedienen, müssen darauf nicht reagieren. Denn es gibt gravierende Unterschiede, die jetzt und in der Zukunft, eine Koexistenz beider Medien zulassen. Wer sich nur kurz über aktuelle Ereignisse informieren will, wird mit Sicherheit Internet oder TV nutzen, um Informationen zu erhalten. Im Gegensatz dazu beziehungsweise als zusätzliche Information zu Vorkommnissen, bieten Printmedien zwar nicht die minütliche Aktualität, jedoch aber die weitaus besser recherchierten Artikel und Hintergrundinformationen. Eine Online-Redaktion lebt nun einmal von der Aktualität ihrer Nachrichten. Dass dabei wenig Zeit für umfassende Recherchen oder Analysen und Hintergrundinformationen bleibt, ist unbestritten. Printmedien, insbesondere Magazine, haben den Vorteil, mehr Zeit zu haben um Artikel ausführlich zu recherchieren und mit allen relevanten Informationen zu gestalten. Dazu kommt, dass Nachrichten im Internet in der Regel kostenlos zur Verfügung gestellt werden, eben nur werbefinanziert sind. Ein Printmagazin, das Auflagen verkauft, hat ein anderes Budget und meist fest angestellte, ausgebildete Journalisten, die die Artikel verfassen. Daraus ergibt sich ein klarer Qualitätsunterschied. Umfassende Kommentare oder Analysen finden sich also im Internet oder TV eher weniger.

Wie geht es weiter?

Die Auflagenzahlen, insbesondere bei Tageszeitungen, sinken, da diese Art der Information auch kostenlos und aktuell anderweitig verfügbar ist. Die Printmedien versuchen dem zu begegnen, indem die Vorteile der Magazine, wie ausgiebige Recherchen und hohe Qualität, erhöht und genau der Zielgruppe angepasst werden. Weiterhin bieten mittlerweile alle Verlage, ob Tageszeitung oder Wochenmagazin, zusätzlich digitale Versionen ihrer Publikationen an. Potentielle Leser, die aber überwiegend am PC lesen, haben so die Möglichkeit das Medium in gewohnter Weise zu erhalten. Der einfachste Grund fehlt allerdings noch: So angenehm E-Book Reader und Webseiten sein mögen, der überwiegende Teil der Zielgruppe möchte, vielleicht nur aus Gewohnheit, eine Zeitung oder Magazin in der Hand haben, umblättern können oder es im Koffer verstauen, ohne sich Gedanken um Akkulaufzeit und Display machen zu müssen. Printmedien haben also auch weiterhin die Möglichkeit, mit redaktionell qualitativem Inhalt, ein optisches und fühlbares Erlebnis für die Leser zu schaffen und sich damit zu behaupten.

Bild von: svort – Fotolia

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