Sind Paywalls in deutschen Zeitungen lohnend für die Anbieter?

Laptop und ZeitungenPaywall bedeutet übersetzt „Bezahlmauer“, aber bedeutet es auch automatisch eine Barrikade zwischen Autor und Leser? Ausgewählte Inhalte auf Websites zu monetarisieren ist weit verbreitet und gängige Praxis, jedoch entsteht genau hier häufig ein Konflikt zwischen Betreiber und Nutzer. Die Frage, welche es zu beantworten gilt, lautet: Lohnt sich die Paywall für den Anbieter einer Zeitung?

Wie funktioniert das Prinzip?

Bei dieser Funktion geht es darum, direkt mit dem Inhalt auf der entsprechenden Internetseite Geld zu verdienen. Der Nutzer zahlt also nicht für Werbung oder Produkte, sondern für einen publizierten Artikel oder eine ausgewählte Kategorie. Im Prinzip ist diese Methode vergleichbar mit dem Kauf einer Tageszeitung am Kiosk. Allerdings hat der Besucher einer Website selten das Bedürfnis alle Informationen aufzusaugen. Der Vorteil für den Nutzer ist, dass er sich die für ihn relevanten Artikel heraussuchen kann und nicht die gesamte “Zeitung” kaufen muss. Für die Betreiber solcher Seiten ist dies ein wichtiger Geschäftszweig, schließlich haben sie die Artikel mühevoll recherchiert und stellen sie in angenehm lesbarer Schreibweise zur Verfügung. Dem Leser stehen unterschiedliche Zahlarten zur Verfügung.

Kann die Paywall erfolgsversprechend sein?

Die Antwort auf diese Frage ist weder einfach noch eindeutig. Der Besucher der Seite möchte grundsätzlich für nichts bezahlen. Der Seitenbetreiber möchte aber für seine Mühen belohnt werden. Es ist eine Kunst den richtigen Mittelweg zu finden. Im Web 2.0 gibt es mittlerweile einige Seitenbetreiber, welche von ihrem Inhalt so überzeugt sind, dass sie die Bezahlung auf freiwilliger Basis anbieten, dieser Schritt ist jedoch etwas gewagt. Webmaster mit wertvollem Inhalt sollten die Qualität ihrer Artikel und somit den Mehrwert für den Leser auch zum Ausdruck bringen, so fällt es leichter einen Betrag für die Nutzung zu erhalten. Ein sehr wichtiger Punkt ist das einfache und schnelle Bezahlen zum Beispiel per Kreditkarte, Handy oder paypal. Eine pfiffige Strategie kann es sein, die Höhe des Betrags vom Leser selbst auswählen zu lassen. Je nach Qualität des Artikels und der jeweiligen Nachfrage werden nicht wenige Leser mehr zahlen als erwartet. Dieser kleine psychologische Trick vermittelt dem Nutzer das Gefühl frei entscheiden zu können, er fühlt sich nicht bedrängt von einer Forderung, sondern möchte sich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Lohnt es sich nun, oder nicht?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage wird wohl niemand geben können. Die Meinungen zu diesem Thema sind sehr unterschiedlich. Objektiv betrachtet ist es sehr gut nachvollziehbar, dass Seitenbetreiber für ihre Arbeit honoriert werden möchten und auch müssen, um ihre Kosten zu decken. Aus Sicht der Nutzer ist es ebenso verständlich, dass diese ihre Informationen wie gewohnt weiterhin kostenlos aus dem Netz beziehen möchten. Die Idee des freiwilligen Bezahlens könnte somit eine sinnvolle Idee sein, für beide Seiten eine angemessene Lösung zu schaffen.

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