Geschichte der Friedenshüter – die UN

Silhouette von SoldatenSchon in der Antike gab es Bemühungen, supranationale Verbände zwecks Verhinderung von Bürger-kriegen im eigenen Reich zu errichten. Die erste bedeutende Organisation entstand aber erst im 20. Jahrhundert: die Vereinten Nationen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges entstand der Völkerbund als multinationale Organi-sation mit dem Ziel, den errungen Frieden dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Gründung und Ziele

Allerdings interessierten sich die Wenigsten für einen Beitritt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erarbeitete der US-Präsident Franklin D. Roosevelt, zusammen mit dem englischen Premier Winston Churchill, die Atlantik-Charta. Ihre Hauptpunkte waren der Verzicht auf Annexion fremden Territoriums, das Recht auf paritätischen Zugang zum weltweiten Handelsmarkt, Unantastbarkeit nationaler Souveränität sowie die finale Ausrottung der deutschen Nationalsozialisten. Auf der Konferenz in Dumbarton Oaks 1944 wurde von delegierten Experten ein Entwurf, aufbauend auf der Atlantik-Charta, der Charta für die Vereinten Nationen diskutiert, der von 51 Gründungsmitgliedern in San Francisco im Juni 1945 unterzeichnet wurde. Polen unterzeichnete als 51. Staat drei Monate später, gilt nichtsdestotrotz als Gründungsmitglied. Bestehend aus 111 Artikeln regelt die Charta die Ziele, die Mitgliedschaft, die Organe und andere Grundsätze der UN. Die erste Generalversammlung fand im Januar 1946 in London statt. Kurz darauf wurden ihre wichtigsten Organe konstituiert, namentlich der Sicherheitsrat, der Internationale Gerichtshof sowie das Sekretariat. Generalsekretär wurde der Norweger Trygve Lie. Für die koordinierte Vorbeugung und Bekämpfung von Seuchen wurde zwei Jahre später die Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen. Im selben Jahr nahm die Generalversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte an. In 30 Artikeln werden unabdingbare Rechte bestimmt, die jedem Menschen unabhängig von seiner “Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand” zusteht (Artikel 2).

Schwierige Anlaufzeit

Seine erste Feuerprobe musste die UN während des Koreakrieges im Jahre 1950 bestehen. Dort standen sich in einem Stellvertreterkrieg erstmals die um die Weltherrschaft ringenden Weltmächte USA und Sowjetunion gegenüber. Während die USA Südkorea unterstützten, belieferten die Sowjetunion und die Volksrepublik China die Nordhälfte der asiatischen Insel mit Kriegsmaterial. Die Amerikaner drängten als Vetomacht im Sicherheitsrat auf eine Intervention, die die Sowjets verhindern wollten. Im Übrigen hatte der Sicherheitsrat mit der Republik China (Taiwan) Auseinandersetzungen, weil Taiwan China weder als Nation und erst recht nicht als ständiges Sicherheitsratsmitglied akzeptierte. Auf der anderen Seite blockierte die Sowjetunion die Aufnahme weiterer Mitglieder, darunter den Beitritt der Italiener und Österreicher.

Die UN als Garant für Frieden

Trotz aller Schwierigkeiten erreichte die UN beachtliche Erfolge. Beispielsweise war es die UN, die die Kubakrise entschärfte und damit einen nuklearen Weltkrieg verhinderte. Als Vermittler handelte sie den Kompromiss aus, dass die Sowjets ihre Raketen aus Kuba abzogen und die USA dafür sowohl ihre nuklearen Raketen aus Italien und der Türkei zurückzogen als auch auf künftige Invasionsversuche auf Kuba verzichteten. Auch innenpolitisch wurde die UN aktiv. In Rhodesien erreichte sie das allgemeine Wahlrecht einzuführen. Die Weltgesundheitsorganisation konnten viele Krankheiten weltweit erfolgreich ausrotten bzw. großflächig eindämmen, wie zum Beispiel Pocken oder Malaria. Mit über die Hälfte aller Nahrungsmittelhilfeleistungen ist die Weltgesundheitsorganisation die wohl wichtigste Gesundheitsinstitution der Welt.

Bildquelle: veneratio – Fotolia

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