Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2012

Eifel TowerAlle fünf Jahre wählt Frankreich seinen Präsidenten und auch 2012 stand wieder eine “élection” zum Staatsoberhaupt an. Der Amtsinhaber Nicolas Sarkozy von der konservativen Partei stellte sich am Ende seiner ersten Amtszeit zur direkten Wiederwahl durch das Volk auf und traf auf Gegenkandidaten von fünf anderen Parteien.



Der erste Wahlgang
Im ersten Wahlgang der Direktwahl am 22. April 2012 traten folgenden Kandidaten für das Amt des Präsidenten an:

  • Amtsinhaber Nicolas Sarkozy (konservativ)
  • Francois Hollande (sozialistisch)
  • Marine Le Pen (nationalistisch)
  • Francois Bayrou (liberal)
  • Jean-Luc Mélenchon (links)
  • Eva Joly (Grüne)
  • Francois Hollande erreichte dabei das höchste Ergebnis mit 28,6 Prozent der Wählerstimmen, sehr dicht gefolgt von Sarkozy, der 27,2 Prozent erhalten konnte. Die Nationalisten gewannen 17,9 und die Linken 11,1 Prozent. Bayrou von der Liberalen erhielt 9,1 Prozent und mit nur 2,3 Prozent verloren die Grünen deutlich.

     

    Der zweite Wahlgang – die Stichwahl
    Da keiner der Kandidaten in der Lage war, eine direkte Mehrheit (mehr als 50 Prozent der Stimmen) für sich zu gewinnen, wurde nach französischem Gesetz eine Stichwahl zu Entscheidung angesetzt. Am 6. Mai folgte dieser zweite Wahlgang zwischen den beiden im ersten Wahlgang stärksten Kandidaten – Nicolas Sarkozy und Francois Hollande. Beide lieferten sich zuvor einen harten Wahlkampf, der in einem öffentlichen TV-Duell seinen Höhepunkt fand. Provokation und gegenseitige Beschimpfungen wurden gebraucht, und letztendlich fiel die Wahl am 6. Mai trotz hoher Wahlbeteiligung sehr knapp aus: Mit 52 Prozent siegte Hollande nur vier Prozentpunkte vor Sarkozy.

    Das Wahlergebnis
    Zum ersten Mal seit 17 Jahren regiert mit Francois Hollande wieder ein Sozialist in Paris. Und der hat große Pläne: Steuererhöhungen für Reiche, Strompreissenkungen für Arme, mehr Lehrer für die Schulen und Abzug der Soldaten aus Afghanistan. Sarkozy, der als erster Präsident seit 31 Jahren nur eine Amtszeit ausführen konnte, gratulierte dem Sieger bereits zum Erfolg. Ein Machtwechsel steht in Frankreich bevor.

    Foto: ThorstenSchmitt – Fotolia

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