Jains – die Edelstein-Händler

Der Artikle berichtet über den Weltmarkt an Diamanten. Von allen Rohdiamanten der Welt werden 80 Prozent und von den geschliffenen die Hälfte in Antwerpen gehandelt. Ein Magazin schrieb im Jahr 1997, dass im größten Handelszentrum für Diamanten, indische Kaufleute dabei seien, eine dominierende Stellung zu übernehmen.

Vormachtstellung unter Druck

Die Metropolen von Bombay, Dubai, Hongkong und Tel Aviv liegen dichter an den Absatzmärkten und werden rasch zu Rivalen. Antwerpen mit seiner Führungsstellung steht unter Druck. Die Welt der Diamantenhändler ist klein und diskret. In der Stadt an der Schelde haben die Jains in aller Stille eine seit Jahrzehnten bestehende Monopolposition der jüdischen Händler gebrochen. Die global arbeitenden Konzerne der Inder haben Handel, Schleifen und Schmuckproduktion zusammengefasst und profitieren von den günstigen Konditionen, die der asiatische Markt offeriert. Die Jains gehören dem Jainismus an, einer Religion, die aus Indien kommt und weltweit etwa fünf Millionen Anhänger hat. Die Jains leben nach den drei Regeln von Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und den Verzicht auf überflüssigen Besitz. Die dritte Regel kann umgangen werden, wenn das Mitglied mit seinem Handeln anderen nützt. Von dieser Definition machen die als bedacht und tüchtig geltenden Jains gerne Gebrauch. Viele haben Top-Stellungen in der Wissenschaft und in der Finanzwelt. Durch den spektakulären Diamantenraub in Antwerpen geriet die kleine Gruppe der Edelstein-Händler in den Mittelpunkt des Interesses.

Gewinner der Globalisierung

Experten schätzen, dass die Jains derweil wenigstens 60 Prozent des Diamantenhandels weltweit kontrollieren. Sie haben auch im Direktorium des Antwerpener Welt-Diamantenzentrums viele Posten inne. Der Hauptgrund für diesen Erfolg ist die Globalisierung. Die internationalen Preis- und Lohnunterschiede werden ausgenutzt. Das Schleifen der Rohdiamanten ist eine arbeitsaufwendige Tätigkeit, die von Hand ausgeführt wird. Hier hat das Indien als Billiglohnland einen absoluten Kostenvorteil. Das wirkt sich besonders im Massengeschäft mit kleinen Steinen aus. Mit der Zeit sind die Inder in den einträglichen Handel mit Edelsteinen eingestiegen. Dies brachte sie zwangsläufig nach Antwerpen. Ihre Beziehungen in die Heimat waren von großem Nutzen.

Frischer Wind aus dem Fernen Osten

Da sich China zu einem großen Absatzmarkt mausert, können nun die Inder selbst Opfer der Globalisierung werden. Dies bekommt der traditionelle Standort Antwerpen schon zu spüren. Wenn sich dieser Vorgang fortsetzt, können die Jains ihren Handel bald wieder von Indien aus abwickeln. Sie möchten den Finanzmarkt auch mitgestalten? Informieren Sie sich bei AWD (http://www.awd-karrierechance.de/) über Ihre Wege zu noch mehr Erfolg im Beruf.


Bildquelle: Esther Wagner – Fotolia

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